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Aktuelles

12.08.2012

Mutiger Berliner

Postzusteller Predrag Ivanovic rettete vier Leben, dann stieg er auf sein Rad und fuhr zur Arbeit.

Er hat nicht eine Sekunde gezögert, sich selbst in Gefahr gebracht, Leben gerettet. Als Predrag Ivanovic (39) das Unfallauto in Flammen aufgehen sah, zog er vier Menschen aus dem brennenden Wrack. Danach stieg er auf sein Rad und fuhr weiter zur Arbeit.

Der Postzusteller aus Friedrichshain hatte sich am Samstagmorgen um 7.30 Uhr mit Kollegen zur Besprechung der Routen im Büro am Innsbrucker Platz getroffen. Weil das Wetter so schön war, verlegten die Männer das Meeting auf die Straße. „Sonst hätten wir den Unfall gar nicht mitbekommen", sagt er.

Dann ging alles furchtbar schnell. Sekundenbruchteile. Reifenquietschen, ein lauter Knall. „Das Auto kam in einem Affenzahn angeschossen", erinnert sich Ivanovic. Mehrere Zeugen gaben später an, dass der Wagen viel zu schnell unterwegs war.

Sechs Erwachsene saßen in dem kleinen Peugeot, als die 25-Jährige Fahrerin die Kontrolle verlor, ein geparktes Auto touchierte. „Sie schleuderten über die Mittelinsel, rissen Poller um, überschlugen sich und krachten in einen Transporter", berichtet der Postbote.

Der Kleinwagen blieb auf der Seite liegen, fing sofort Feuer. „Ich bin rüber gerannt, auf den Transporter geklettert und habe angefangen, die Leute durch die Fenster raus zu ziehen.", sagt der Retter. „Bei Zweien brannte schon die Kleidung".

Vier Männer konnte Ivanovic allein aus den Flammen befreien, bevor die Rettungskräfte eintrafen. Fahrerin und Beifahrerin kletterten selbst aus dem Auto. Nur Sekunden später brannte das Wrack dann in ganzer Ausdehnung.

Zwei der Männer erlitten trotz der schnellen Hilfe schwere Verbrennungen. Sie wurden mit Rettungshubschraubern ins Unfallkrankenhaus nach Marzahn geflogen. Die 25-Jährige Fahrerin war laut Polizei betrunken. Sie musste zur Blutentnahme in eine Klinik. Gegen sie wird jetzt ermittelt.

Sein mutiges Einschreiten hält Predrag Ivanovic für seine Pflicht. „Ich bin kein Held, das ist doch selbstverständlich", sagt er. Aber genau das ist es eben nicht. 40 Zeugen des Unfalls zählte die Polizei. Nur er half sofort.
 

Quelle: BZ vom 12.08.2012

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